Wir sind Modellregion…

Wir sind Modellregion…

Wir sind Modellregion….und noch nicht dabei.

Ja, wir sind eine Modellregion hier an der Schlei, die zeigen darf, dass sicherer Urlaub möglich ist. 12 Regionen hatten sich in Schleswig Holstein darum beworben touristisches Modellprojekt zu werden. 4 sind ausgewählt worden….zwei davon haben ihren Start aus verschiedenen Gründen schon verschoben.

Ab dem 19.04. dürfen Gäste wieder in Schleswig Holstein in diesen Regionen urlauben. Unter bestimmten Bedingungen und natürlich mit Regeln für alle Seiten. Als Betrieb ist man NICHT automatisch dabei. Man muß sich „bewerben“ und Regularien nachweisen.

Tja, das ist so eine Sache.

Wir als Vermieter möchten sehr gerne wieder Gastgeber sein, gerade nach sooo langer Zeit.

Gäste möchten gerne reisen, nach sooo langer Zeit. Gut nachzuvollziehen.

Man muß aber gut abwägen.

Wir hier in Janbeck*s FAIRhaus haben alles Mögliche für eine sichere Anreise und sicheren Aufenthalt hier gemacht.

Vom Anreisecheck bei uns auf der Homepage, der LUCA App zum einchecken, umfangreiches Hygienekonzept usw. 

Bei uns häufen sich die Anfragen und ich versuche mal zu erklären, was da so alles dranhängt.

Für so ein Projekt gibt es Spielregeln!

Wir als Vermieter müssen:

natürlich ein überarbeitetes Hygienekonzept haben

dürfen Gäste mit einem 48h Schein annehmen

müssen unsere Gäste kontrollieren und bei Nichteinhaltung der Regeln zum Abreisen auffordern

Gäste dürfen nur mit einem negativen Corona Test anreisen

Sie müssen sich- auch wenn sie geimpft sind- jeden 3./4. Tag ihres Urlaubs wieder testen lassen (dafür werden extra Testmöglichkeiten geschaffen, damit man der Bevölkerung keine Testkapazitäten „wegnimmt“)

Kinder ab 6 Jahren müssen auch zu den Tests

Gäste dürfen nur in der LUCA App einchecken

Und sie müssen ihre Daten zu wissenschaftlichen Auswertungen freigeben.

Spielregeln für Gäste und die dazugehörigen FAQ finden sich auf der Seite der OstseefjordSchlei GmbH.

…ich würde sehr gerne wieder Gastgeber sein

Die Anfragen, die mich im Moment erreichen zerschlagen sich aber aufgrund der Regularien meist ziemlich schnell. Es sind ganz wenige, die sich durch die Regeln gut aufgehoben fühlen.

Verschrecke ich die Gäste?

Ich finde, wenn man in diesen Zeiten reist, muß man wissen, was auf einen zukommen kann. Die Regeln dazu habe ich nicht gemacht…

Also erwähne ich das VOR der Buchung bzw. den Reservierungsformalitäten.

Meine Fragen zu den Ausführungsbestimmungen wurden zwar seitens der Touristiker beantwortet, lassen mich aber mit einem unguten Gefühl zurück.

Ich bin Gastgeber. Wer hier bei uns in Janbeck*s FAIRhaus ist, lebt fast wie in einer Familie oder Wohngemeinschaft.

…wenn auch auf Distanz und mit viel Platz.

Ich soll meine Gäste nach Hause schicken, wenn sie den Test nicht gemacht haben, vielleicht im Urlaubsmodus vergessen haben …..

Wenn Gäste ihre 6 Jährigen nicht testen lassen müssen sie abreisen.

Bekommen Gäste Besuch in ihren Ferienwohnungen ist das auch nicht regelkonform…sie müssen abreisen…

Bei Nichteinhaltung der Regeln ist das Projekt für den Betrieb beendet.

Ich bin Gastgeber mit Herz, kein Hilfssheriff…

Wir sind ein ganz kleiner Betrieb. Größere Resorts etc. können jemand beauftragen, der sich um die Formalien und die Durchsetzung kümmert.

Ich bin hin und hergerissen. Sitze zwischen den Stühlen.

Zumal immer ein Damoklesschwert über uns schwebt. Die Inzidenzen sind hier schon lange sehr niedrig. Wird sich das ändern?

Wir haben so eine schöne Gemeinschaft mit den Gästen, geht die kaputt?

Ich mache es mir nicht leicht…

Ich möchte noch etwas abwarten, auch aus Gründen, um meine Mitarbeiter und meinen Betrieb zu schützen.

Mal sehen, wie es so anläuft in den anderen Betrieben.

Wir halten die Augen und Ohren offen und werden für uns eine Lösung finden.

Wenn sich bei uns etwas ändert werden wir uns melden.

Bis dahin: Bleibt gesund

Uta

Öffnen oder nicht?

Öffnen oder nicht?

Außengastronomie öffnen? Oder nicht? Warum wir unser Café vorerst noch geschlossen lassen.

Du meine Güte….da wartet man die ganze Zeit sehnsüchtig, endlich wieder öffnen zu dürfen und dann das….wobei der Inzidenzwert in unserem Landkreis schon lange unter 50 ist.

Man fragt sich, warum ist man eigentlich geschlossen.

Seit nunmehr über 200 Tagen dürfen wir keine Gastgeber sein. Geschlossen um reisen und Kontakte der Gäste zu verhindern. Prophylaktisch, denn niemand hat bisher nachgewiesen, dass aus unserer Branche ein erhöhtes Infektionsrisiko abzuleiten ist.

Wie dem auch sei…jetzt sollen wir plötzlich die Aussengastronomie öffnen dürfen.

Bescheid gab´s am 08.04. über die Touristiker, Medien etc.

Offiziell gerade eben, heute am 11.04.2021. Öffnen dürfen wir theoretisch am 12.04.2021.

Ein Verfahren, was wir seit einem Jahr so kennen.

Mal nur so nebenbei: heute regnet und windet es den ganzen Tag bei einer Außentemperatur um die 5 Grad.

Genau das richtige Wetter für einen Kaffee draußen- Ironie off.

Ich glaube von dem, was in Betrieben alles organisiert werden muß, damit man einen Gastronomiebetrieb wieder hochfahren kann, hat da wohl kaum jemand Ahnung.

Die Bestellungen für die Lebensmittel hätte die ich schon am 08.04. abgeben müssen.

Auch die Maschinen im Café mögen so lange Standzeiten nicht. Mal sehen welche dann uns technisch im Stich läßt…..das wird noch spannend.

Egal: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich auch in dem Fall einen anderen Weg gehe.

Ich lasse das Café noch geschlossen

Ich sehe diese Öffnung der Außengastronomie eher kritisch.

Wir leben von Touristen und sind auf dem platten Land. Nicht an einer Promenade.

Erst wenn viele Touristen und unsere Gäste da sind machen wir auch so Umsatz, dass es sich lohnt einzukaufen, verschiedenen Kuchen zu backen etc.

So produzieren wir nur unnötig Kosten, bestellen Lebensmittel, die wir nachher dann wegschmeißen und holen Personal am Wochenende dazu…das passt wahrlich nicht zu unserer Firmenphilosophie. Und nachhaltig ist das schon mal gar nicht.

Wir haben genug zu tun, auch so. Ändern gerade so einiges…

Abläufe, Technik, Ausstattung…

Also…wir warten einfach mal ab, was passiert und freuen uns auf bessere Zeiten.

Viele Grüße,

Uta

Brokdorf und ein Öko Hippie

Brokdorf und ein Öko Hippie

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Brokdorf

 

Echt, schon 40 Jahre her…die größte Demonstration in Schleswig Holstein.

Zig Tausende gegen Atomkraft auf den Straßen.

Ich erinner es noch ziemlich genau…es gehört zu meiner Geschichte.

Seit 1976 war es immer wieder zu Demos und Ausschreitungen wegen dem Bau der Kernkraftwerke an der Elbe gekommen.

Ich war überhaupt nicht politisch interessiert. Dann kam die Oberstufe, der damals typische Berlinbesuch, der Krieg in Nordirland im Englisch GK… 

Immer mehr bekam ich mit, dass meine Klassenkameraden sich da an der Elbe „engagierten“.

Das führte immer wieder zu heftigen politischen Diskussionen im Unterricht.

Erst richtig kam ich ins Grübeln als ich meine amerikanische Austauschschülerin in Massachusetts besuchen durfte.

Eine völlig andere Lebensweise erwartete mich. Beamtenkind in Akademiker Familie. 

Multikulti  mit einer mexikanischen Haushälterin, Gasteltern skandinavischer Abstammung, Gastkindern, die sehr amerikanisch waren und einem japanischen Austauschschüler.

Es wurde ständig diskutiert. Auf englisch.Über Kultur, Geschichte, Philosophie. 

Essen wurde ganz anders zelebriert. Viel aus biologischem Anbau gekauft und selber zubereitet.

Nicht typisch amerikanisch. Das war aber nicht verwunderlich, da die Familie sich auch viel in Europa aufhielt.

Wir Mädels haben uns Geld beim Renovieren auf dem Campus verdient um mit dem Greyhound nach Washington DC und dann später an die kanadische Grenze in die Wälder zu fahren.

Wir waren im Capitol, Lincoln Memorial, in der Met in New York, auf den Zwillingen….wir haben die Amish People und die Shaker besucht. In den Wäldern zu Canada waren wir bei Menschen, die die unterschiedlichsten Gebäude umweltfreundlich gebaut haben….ein Oktogon mit einem Ofen in der Mitte, an den alle Räume grenzten… 

So viele neue Impulse. 

Das brachte in meinem Denken einiges durcheinander. 

Vieles stellte ich nun nochmehr in Frage. Ganz normal in dem Alter. Es ist aber geblieben. 

Einfluß hat dieser Besuch in den Staaten auf jeden Fall gehabt. 

Von den skandinavischen und mexikanischen Rezepten, die ich mitgebracht habe. Oder vom Holzbau, der dem Haus meiner Gasteltern von damals sehr ähnelt. 

Letztens wurde ich mal wieder als Öko Hippie der Hoteliers bezeichnet. Aha. 

Soll das ein Kompliment sein? Wenn man damit meint, dass ich-wir-  vieles anders mache, okay. Das stimmt. 

Ich weiß ja wo es her kommt und wie es gemeint ist: 

In der nachhaltigen Kommunikation gibt es drei Gruppen, die man zur Einordnung der Zielgruppe nimmt. Öko Hippies ist eine davon. Darauf bezog sich die Bemerkung wohl. 

Ja, ich bin aus der Generation, die Woodstocks Lieder mag, die mit den ersten „synthetischer“ Musik aufgewachsen ist von Pink Floyd bis Supertramp, mit dem kalten Krieg und RAF. 

Ich erinnere nur zu gut wie es war, als bekannt wurde, dass das Kernkraftwerk in Tschernobyl hochgegangen ist. Darüber hab ich hier schon einmal geschrieben. 

In der Schule hatte ich gelernt alles, aber auch alles zu hinterfragen. Das tat ich nun umso mehr. 

Ich nehme Öko Hippie mal positiv und denke an eine tolle Zeit, inspirierende Lehrer und ein besonderes Glück, das alles überhaupt und so intensiv erlebt zu haben. 

Daraus schöpfe ich. Aus dem Positiven und aus dem Negativen. 

Es ist die Grundlage meines Handelns heute: 

Es muß alles getan werden eine urenkelfreundliche Welt an die folgenden Generationen zu geben. 

Atomkraft hat da keinen Platz. 

Viele Grüße vom Öko Hippie 

Uta

Wirtschaft zum Wohle aller

Wirtschaft zum Wohle aller

Wirtschaft zum Wohle aller? Geht das ? Was ist eigentlich Gemeinwohl?

Wie kann man das im Betrieb umsetzen? Welche Aspekte werden begutachtet?

Arbeiten wir vielleicht schon nach Gemeinwohl Kriterien?

Diese Fragen beschäftigten mich schon lange.

Klar arbeiten wir nachhaltig. Von Anfang an, also seit mindestens 2006.

Schon lange fühlte ich mich aber etwas unwohl bei der Benutzung des Wortes Nachhaltigkeit.

Gefühlt jeder benutzte das Wort in jedem zweiten Satz und gefühlt die Hälfte derer schwammen nur auf der Welle.

Irgendwann wurde ich in einem Telefoninterview gefragt, was ich vom Deutschen Nachhaltigkeits Kodex halte….ich schreib jetzt besser nicht meine Antwort.

Macht Euch selber ein Bild und schaut, wer sich da listen darf, weil er als große Firma sowieso einen Umweltbericht verfassen muss.

Das ist nicht meine Welt. Da sind einige dabei, mit denen würde ich mich nie und nimmer nicht an einen Tisch setzen.

Irgendwann bin ich dann bei Unternehmensgrün eingetreten. Einem Verein, der grüne, anders denkende Unternehmen vereint.

#Wertschaften

Ja, ich denke, dass Wirtschaft anders funktionieren muß, wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen. Die Spirale von immer mehr Konsum, immer mehr Profit, immer mehr von sonstwas…das kann so nicht weitergehen.

Ich suchte mir in den letzten Jahren gezielt Messen aus, wo ich mich mit meinem Betrieb präsentierte. Das waren ganz bewusst keine Tourismusmessen. Hier würde ich untergehen mit meinem Minibetrieb. Anders beim Heldenmarkt.

#fürallediewasmerken

Hier waren die Branchen bunt gemischt, kleine StartUps, Vereine etc. Hier war ich anfänglich ein Exot. Eine bunte inspirierende Messe für alle, die Alternativen suchten mit einem Sinn dahinter.

Von Hamburg, Berlin, Bodensee…waren wir dabei. Das waren von vielen Standorten die, die uns ansprachen.

Gemeinwohlorientiert. Immer wieder kamen wir drauf.

Damit waren wir Jahre zuvor schon in Berührung gekommen. Für uns war das der nächste Schritt nach Nachhaltigkeit.

Gemeinwohl und die Idee von Christian Felber. Wirtschaft zum Wohle aller.

Nun ist die Gemeinwohl Matrix, nach der ein Betrieb durchleuchtet wird, wahnsinnig umfangreich.

Von den Auswirkungen auf die Umwelt wird der komplette Betrieb holistisch durchleuchtet.

Wie geht man mit seinen Mitarbeitern um, wie mit Lieferanten, werden faire Löhne gezahlt, wo ist das Geld angelegt, wie ist man ehrenamtlich tätig, wo kommen die Waren her, wie sind die Lieferketten… es geht so richtig ins Eingemachte. Aber nicht nur aus Sicht des Betriebes.

Es  werden auch alle, die mit dem Betrieb etwas zu tun haben mit durchleuchtet: die Mitarbeiter, die Kunden, die Gäste, die Lieferanten und alle anderen.

Man kann sich gut vorstellen, wie Zeit aufwendig das ist….und natürlich hat das auch noch seinen Preis.

Das war alles lange nicht machbar für meinen kleinen Betrieb.

Irgendwann im Herbst 2020 bekam ich dann eine Einladung  zu einem Workshop zum Thema Gemeinwohl in Unternehmen bei Opencampus.

Eine Initiative von Ecogood und der Kieler Wirtschaftsförderung.

Man wollte das Thema in einer etwas „abgespeckten“ Version an Unternehmen und Institutionen heranführen.

Coole Geschichte. Leider war da unser geplanter Urlaub im Wege.

Eine Teilnahme ohne die wichtigsten Bausteine wäre sinnlos gewesen.

Tja, dann war da Corona und die zweite Welle des Lockdowns. Reiseverbot.

Ein kleiner Trost, dass ich so doch an dem Workshop teilnehmen konnte.

Sieben Wochen lang waren Online Treffen angesagt.

Die Teilnehmer waren aus ganz unterschiedlichen Bereichen: von der Kommunikationsagentur, bis zu StartUps.

Und natürlich die Studenten, die etwas über Gemeinwohl lernen wollten und die Betriebe darauf untersuchen sollten.

Also war erstmal grundsätzliches zum Thema auf dem „Lehrplan“ für alle, bevor es dann in die Betrieb ging.

Natürlich Corona Konform.

Also bekam ich Besuch und wurde „durchleuchtet“. Wohlwollend, aber auch sehr kritisch.

Fünf, sechs Stunden sind wir alles durchgegangen. Immer im Hintergrund die große Gemeinwohl Matrix. Keine Ahnung, wie viele Fragen es zu diskutieren gab.

Manches war mir ja schon bewusst. Die Geldanlage zum Beispiel, oder dass die Lieferketten noch nicht voll durch leuchtet sind und auf Vertrauen basieren…da gibt es noch ein paar Baustellen.

Manches war mir gar nicht so bewusst. Was man alles so macht mit einer positiven Wirkung- Ehrenämter zum Beispiel. Für uns ist so vieles normal, zum Beispiel sich einbringen, damit es vielleicht anders laufen kann. Erst wenn man das dann mal auflistet kommt man ins Staunen, wie viel es dann doch ist.

Wer sich ehrlich zu dem Thema mit seinem Betrieb auseinandersetzt kennt seine Baustellen…und lernt vielleicht noch ein paar durch so ein Gespräch kennen.
Wer da nicht mitarbeiten möchte, braucht so einen Prozess gar nicht anzugehen, oder?

Immer besser werden – zum Wohle aller, das ist die Devise.

Dieser KurzBericht ist aus meiner Sicht sehr schön geworden.

Danke Caroline und Wendelin dafür!!!

Danke auch an Lisa, Gerd und Felix für den Input.

Der Kurs ist nun zu Ende, wird aber in einen Stammtisch zum weiteren Austausch übergehen.

Wenn es klappt, wird es auch einen neuen Kurs zum Thema Gemeinwohl geben.

Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema für seinen Betrieb auseinandersetzen möchte.

Ein Blick von außen und dann auch noch mit jüngeren Augen hat noch niemandem geschadet.

Das sehe ich jedenfalls so.

#machennichtschnacken

Für mich steht jetzt erstmal eine Mitgliedschaft bei der Gemeinwohl Bewegung an.

Mit den Wegen zu einer echten großen Gemeinwohl Bilanz werde ich mich dann in der nächsten Zeit auseinandersetzen…da gilt es ja gerade in meiner Branche zur Zeit so einiges abzuwägen.

Und Ihr? Interessiert Euch das Thema? Habt Ihr Fragen?

Schreibt sie gern in die Kommentare.

Viele Grüße

Uta


 

Wir von Janbeck*s FAIRhaus
orientieren uns an den Werten der Gemeinwohl Ökonomie und
streben die Gemeinwohlbilanzierung an
Dieser
Gemeinwohlfokusbericht wurde unter Mitwirkung von von Wendelin Teschemacher und Caroline Hertell im Rahmen des Kurses opencampus. sh Kurses „ Kiel.Works
meets GWÖ Wirtschaften zum Wohle aller“ erstellt.

Den Kurzbericht zum Gemeinwohl in unserem Betrieb findet Ihr hier

Warum ich blogge…?

Warum ich blogge…?

Ihr wollt wissen, warum ich blogge? Kann man das überhaupt bloggen nennen?

Ich schreibe hier über EMobilität und Nachhaltigkeit in Janbeck*s FAIRhaus und das kam so…

Vor etwa 6 Jahren habe ich damit angefangen in gleich 2 Blogs: elektrisch unterwegs und oekoblog. Warum?

Meine alte Homepage funktionierte nicht so, dass ich sie schnell bedienen und ändern konnte. Ich wollte aber gerne aktuelle Texte schreiben, über das, was bei uns passiert, unser ökologisches Konzept besser erklären….

Ich wollte auch mal aufschreiben, wie das so ist, elektrisch unterwegs zu sein. Mal aus Sicht einer Frau, denn die Blogs, die es damals gab, waren meist von Männern und sehr technisch geschrieben.

Irgendwie haben Frauen da doch ganz andere Anforderungen an ihr Vehicle: Einkäufe, Kinder, die Oma, alles muss gut reingehen und in Parklücken muss es gut passen. Schnittig und spritzig darf es natürlich auch gerne sein…..

Anlass zum Bloggen war aber eigentlich eine Rallye, bei der wir mitfahren wollten.

Ich hab mich früher nie für Autos interessiert.

Erst die Auseinandersetzung mit Klimawandel, der Gewinnung von fossilen Brennstoffen und die damit verbundene Umweltprobleme und letztendlich unser altes Auto, was im wahrsten Sinne des Wortes dabei war auseinander zu fallen , machte die Auseinandersetzung mit einer anderen Art der Fortbewegung nötig. Fanden wir jedenfalls für uns.

Also: EAuto am Wochenende ausgeliehen und schon war es passiert. Infiziert.

Unser erstes eigenes EAuto kam dann auf einem riesigen Autotransporter direkt vor die Haustür. das war im August 2014 und ist noch eine ganz andere Geschichte für sich.

So, was macht man denn, wenn man sich auf neues Terrain begibt? Man liest, lernt und sucht Gleichgesinnte zum Austausch.

Kein Problem, da gab und gibt es reichlich zum Thema EMobilität, wenn man sich mal in den einschlägigen Foren informiert.

Vom Workshop bis zu Treffen und Ausfahrten, alles dabei.

…und so kamen wir auf diese Rallye.

Die größte Rallye der Welt mit Elektroautos: WAVEtrophy .

WAVE steht für World Advanced Vehicle Expedition. Initiiert von Louis Palmer, der mit seinem Solar Taxi dreimal die Welt umrundet hat. Dazu gibt es bei YouTube einen Film.

Ich war beeindruckt von seiner Geschichte.

Auch die Geschichte des EV- 1 von General Motors liess mich nicht los: von Elektroautos, die jetzt in der Wüste Nevada verrotten, weil man es in den 1990ern nicht gut fand, dass Menschen sich für das Thema begeistern. Bei YouTube gibt es einen Film darüber- Warum das Elektroauto sterben mußte.

Es gab also schon immer Ansätze nach alternativen Antrieben zu suchen und sie alltagstauglich umzusetzen…und es zu verhindern.

Ich glaube, ich hatte in der Schule in den 70er zu viele Lehrer, die mich inspiriert hatten nach Alternativen zu suchen. Vom Physik Lehrer, der mit seinem EBil zur Schule kam, bis zur Biolehererin, die sich für fair gehandelten Kaffee und später UNESCO Projekt Schule einsetzte.

Mitmachen bei dieser Rallye konnte man nur, wenn man:

  • ein Team aus mindestens 2 Personen bildete,

  • einen Fahrer benannte, der nicht gewechselt werden sollte,

  • ein Elektroauto-logischerweise- fährt,

  • eine eigene Energieerzeugung aus Solar z.B. besitzt, mit der nachweislich soviel Energie erzeugt wurde, wie wir in der Zeit verfahren würden.

Allein unsere Anreise waren schon 780km bis Plauen. Eine kleine Herausforderung, wie vieles bei der Tour.

Hybridfahrzeuge hätten mitfahren können, das trauten sich nur die Twikes. Twikes sind eigentlich Hybridfahrzeuge, weil mit Muskelkraft und elektrisch betrieben. Ein Tank bei den anderen Hybriden mit fossilem Treibstoff wäre verplombt worden…

Saftey First gilt und galt immer!

Deswegen sollte pro Person eine Thermosflasche mit Wasser und ein Schlafsack (neben der normalen Sicherheitsausrüstung ) mitgeführt werden

Ein Handy war nötig- zur Kommunikation und finden des Weges (es wurde nach Koordinaten gefahren).

Außerdem mußte jeder unterschreiben, dass man sich an die Regularien hält (klar, oder? )

In den Städten, die auf der Tour besucht werden sollten, sollte man 1 Stunde am Auto bleiben (das wurde in der Zeit geladen) um den Menschen Rede und Antwort zu stehen.

In den Schulen, die wir besuchten sollten wir in 1 Minute, die Schüler für uns begeistern- egal wie, nur nicht zu technisch

….pünktilch mußten wir immer sein, sonst durften wir nicht in den Schulen präsentieren

…wir haben Geschicklichkeitsspiel mit dem Auto gemacht

….Wissensquiz zum Thema erneuerbare Energien

…und für all das gab es dann Punkte für die Rallyeauswertung am Ende.

…und man sollte über die Tour bloggen, dafür gab es auch Punkte.

Da haben wir es: der Part blieb an mir, dem Kopiloten, hängen.

Also los:

Eine Tour von Plauen über Berlin nach Bern. Das war unsere erste große Tour im Juni 2015.

Rein elektrisch mit etwa 90 Teams aus 17 Nationen.

Wir wollten zeigen , dass es geht rein elektrisch zu reisen.

Allein unsere Anreise aus dem Norden waren schon 780km bis Plauen. Von der Ostsee in die Alpen.

Damals eine kleine Herausforderung, wie vieles bei der Tour.

Aber zurück zum Bloggen. Nun ist bloggen für mich mehr als bei Facebook (den Kanal brauchten wir auch noch) etwas zu posten. Bei so vielen Eindrücken aber nicht so einfach….

Es erwies sich dann als ganz schön schwierig. Wenn man eine Woche lang jeden Tag dieses Pensum von Strecken, Sehenswürdigkeiten, Vorträgen, Städten und Menschen von morgens bis spät abends hat. Und wenn man dann versucht abends im Quartier Texte zu schreiben. Louis hatte uns gewarnt.Wenn etwa gefühlt 100 andere Menschen – auch Journalisten, die uns aus fernen Ländern begleitet haben- viele Daten losschicken wird es schwierig. Außerdem setzten uns die klimatischen Verhältnissen, die für uns Flachlandtiroler in den Schweizer Alpen ja doch etwas anders und anstrengend sind, etwas zu.

Bei der ersten von drei Rallyes, die wir mitgefahren sind, habe ich dann am vierten Tag kapituliert und nur noch bei FB gepostet. Das war in Deutschland 2015 auch so schon eine Herausforderung für sich mit den ewigen Funklöchern….und viel hat sich da nicht geändert. Wenn man Tesla fährt sieht man das deutlich, weil die Karte vom Navi zusammenbricht.

Viel hat sich seitdem für uns geändert.

Rallyes fahren wir zur Zeit nicht mehr.

Die Erfahrungen der WAVE möchten wir nicht missen. Wir haben viele tolle Leute dabei kennengelernt, wunderschöne Landschaften gesehen, Freunde gefunden und viel erlebt. Wir haben Zugang zu Institutionen bekommen, die wir sonst nie gesehen häten. Viel haben wir gelernt. Wir haben Statements bezogen und uns politisch eingebracht.

EMobilität, das läuft jetzt auch ohne uns…

…Statements beziehen und uns politisch einbringen tun wir immer noch.

Warum ich trotzdem noch blogge ?

Ich schreibe von dem, was wir machen, was hier in Janbeck*s FAIRhaus los ist , wie das bei uns mit der Nachhaltigkeit ist und was wir schon wieder planen. Darüber schreibe ich hier immer noch. Ich nehme meine Gäste und alle, die es interessiert, mit hinter die Kulissen unseres Betriebes. Ein Hotelblog? Na, ja. Aber gibt es denn eine bessere Möglichkeit authentisch zu sein?

Auswerten tue ich das nicht wirklich.

Ich bekomme aber öfters erzählt oder werde gefragt zu Themen, die ich nur auf dem Blog veröffentliche. Also wird es gelesen.

Für mich ist der Vorteil, dass ich so gut mit Interessierten ins Gespräch komme und nicht so viel erklären muß.

Ob das nun antiquarisch, richtig, oder falsch ist, zu wenig gelesen oder sonst was…

…es ist mir egal.

Die Frage, warum ich blogge, stellt sich irgendwie für mich nicht. Ich schreibe, weil ich Lust dazu habe. Weil ich erlebtes verarbeiten will. An der Regelmäßigkeit werde ich noch üben.

Vielleicht schreibe ich ja auch mal ein Buch. Eine Idee und Geschichten dazu hätte ich viele. Ob ich das dann veröffentliche- egal.

On verra.

Und für wen Buchstaben nicht das Richtige sind, einfach mal in unseren Youtube Kanal schauen, den ich gerade aufbaue. Hier möchte ich kleine Erklärvideos drehen zu unserem Konzept etc.

Und Ihr? Wie seht Ihr das mit dem Bloggen?

Dies war übrigens ein Beitrag zu einer sogenannten Blogparade, zu der Meike Leopold aufgerufen hatte.

Bei einer Blogparade darf jeder mal zu einem bestimmten Thema schreiben, und hier war es :

Warum bloggst Du? Bloggen ist doch Schnee von gestern! Mal ganz platt gesprochen.

Ich geh jetzt Schnee fegen,

Viele Grüße,

Uta