Wir sind Modellregion…

Wir sind Modellregion…

Wir sind Modellregion….und noch nicht dabei.

Ja, wir sind eine Modellregion hier an der Schlei, die zeigen darf, dass sicherer Urlaub möglich ist. 12 Regionen hatten sich in Schleswig Holstein darum beworben touristisches Modellprojekt zu werden. 4 sind ausgewählt worden….zwei davon haben ihren Start aus verschiedenen Gründen schon verschoben.

Ab dem 19.04. dürfen Gäste wieder in Schleswig Holstein in diesen Regionen urlauben. Unter bestimmten Bedingungen und natürlich mit Regeln für alle Seiten. Als Betrieb ist man NICHT automatisch dabei. Man muß sich „bewerben“ und Regularien nachweisen.

Tja, das ist so eine Sache.

Wir als Vermieter möchten sehr gerne wieder Gastgeber sein, gerade nach sooo langer Zeit.

Gäste möchten gerne reisen, nach sooo langer Zeit. Gut nachzuvollziehen.

Man muß aber gut abwägen.

Wir hier in Janbeck*s FAIRhaus haben alles Mögliche für eine sichere Anreise und sicheren Aufenthalt hier gemacht.

Vom Anreisecheck bei uns auf der Homepage, der LUCA App zum einchecken, umfangreiches Hygienekonzept usw. 

Bei uns häufen sich die Anfragen und ich versuche mal zu erklären, was da so alles dranhängt.

Für so ein Projekt gibt es Spielregeln!

Wir als Vermieter müssen:

natürlich ein überarbeitetes Hygienekonzept haben

dürfen Gäste mit einem 48h Schein annehmen

müssen unsere Gäste kontrollieren und bei Nichteinhaltung der Regeln zum Abreisen auffordern

Gäste dürfen nur mit einem negativen Corona Test anreisen

Sie müssen sich- auch wenn sie geimpft sind- jeden 3./4. Tag ihres Urlaubs wieder testen lassen (dafür werden extra Testmöglichkeiten geschaffen, damit man der Bevölkerung keine Testkapazitäten „wegnimmt“)

Kinder ab 6 Jahren müssen auch zu den Tests

Gäste dürfen nur in der LUCA App einchecken

Und sie müssen ihre Daten zu wissenschaftlichen Auswertungen freigeben.

Spielregeln für Gäste und die dazugehörigen FAQ finden sich auf der Seite der OstseefjordSchlei GmbH.

…ich würde sehr gerne wieder Gastgeber sein

Die Anfragen, die mich im Moment erreichen zerschlagen sich aber aufgrund der Regularien meist ziemlich schnell. Es sind ganz wenige, die sich durch die Regeln gut aufgehoben fühlen.

Verschrecke ich die Gäste?

Ich finde, wenn man in diesen Zeiten reist, muß man wissen, was auf einen zukommen kann. Die Regeln dazu habe ich nicht gemacht…

Also erwähne ich das VOR der Buchung bzw. den Reservierungsformalitäten.

Meine Fragen zu den Ausführungsbestimmungen wurden zwar seitens der Touristiker beantwortet, lassen mich aber mit einem unguten Gefühl zurück.

Ich bin Gastgeber. Wer hier bei uns in Janbeck*s FAIRhaus ist, lebt fast wie in einer Familie oder Wohngemeinschaft.

…wenn auch auf Distanz und mit viel Platz.

Ich soll meine Gäste nach Hause schicken, wenn sie den Test nicht gemacht haben, vielleicht im Urlaubsmodus vergessen haben …..

Wenn Gäste ihre 6 Jährigen nicht testen lassen müssen sie abreisen.

Bekommen Gäste Besuch in ihren Ferienwohnungen ist das auch nicht regelkonform…sie müssen abreisen…

Bei Nichteinhaltung der Regeln ist das Projekt für den Betrieb beendet.

Ich bin Gastgeber mit Herz, kein Hilfssheriff…

Wir sind ein ganz kleiner Betrieb. Größere Resorts etc. können jemand beauftragen, der sich um die Formalien und die Durchsetzung kümmert.

Ich bin hin und hergerissen. Sitze zwischen den Stühlen.

Zumal immer ein Damoklesschwert über uns schwebt. Die Inzidenzen sind hier schon lange sehr niedrig. Wird sich das ändern?

Wir haben so eine schöne Gemeinschaft mit den Gästen, geht die kaputt?

Ich mache es mir nicht leicht…

Ich möchte noch etwas abwarten, auch aus Gründen, um meine Mitarbeiter und meinen Betrieb zu schützen.

Mal sehen, wie es so anläuft in den anderen Betrieben.

Wir halten die Augen und Ohren offen und werden für uns eine Lösung finden.

Wenn sich bei uns etwas ändert werden wir uns melden.

Bis dahin: Bleibt gesund

Uta

Öffnen oder nicht?

Öffnen oder nicht?

Außengastronomie öffnen? Oder nicht? Warum wir unser Café vorerst noch geschlossen lassen.

Du meine Güte….da wartet man die ganze Zeit sehnsüchtig, endlich wieder öffnen zu dürfen und dann das….wobei der Inzidenzwert in unserem Landkreis schon lange unter 50 ist.

Man fragt sich, warum ist man eigentlich geschlossen.

Seit nunmehr über 200 Tagen dürfen wir keine Gastgeber sein. Geschlossen um reisen und Kontakte der Gäste zu verhindern. Prophylaktisch, denn niemand hat bisher nachgewiesen, dass aus unserer Branche ein erhöhtes Infektionsrisiko abzuleiten ist.

Wie dem auch sei…jetzt sollen wir plötzlich die Aussengastronomie öffnen dürfen.

Bescheid gab´s am 08.04. über die Touristiker, Medien etc.

Offiziell gerade eben, heute am 11.04.2021. Öffnen dürfen wir theoretisch am 12.04.2021.

Ein Verfahren, was wir seit einem Jahr so kennen.

Mal nur so nebenbei: heute regnet und windet es den ganzen Tag bei einer Außentemperatur um die 5 Grad.

Genau das richtige Wetter für einen Kaffee draußen- Ironie off.

Ich glaube von dem, was in Betrieben alles organisiert werden muß, damit man einen Gastronomiebetrieb wieder hochfahren kann, hat da wohl kaum jemand Ahnung.

Die Bestellungen für die Lebensmittel hätte die ich schon am 08.04. abgeben müssen.

Auch die Maschinen im Café mögen so lange Standzeiten nicht. Mal sehen welche dann uns technisch im Stich läßt…..das wird noch spannend.

Egal: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich auch in dem Fall einen anderen Weg gehe.

Ich lasse das Café noch geschlossen

Ich sehe diese Öffnung der Außengastronomie eher kritisch.

Wir leben von Touristen und sind auf dem platten Land. Nicht an einer Promenade.

Erst wenn viele Touristen und unsere Gäste da sind machen wir auch so Umsatz, dass es sich lohnt einzukaufen, verschiedenen Kuchen zu backen etc.

So produzieren wir nur unnötig Kosten, bestellen Lebensmittel, die wir nachher dann wegschmeißen und holen Personal am Wochenende dazu…das passt wahrlich nicht zu unserer Firmenphilosophie. Und nachhaltig ist das schon mal gar nicht.

Wir haben genug zu tun, auch so. Ändern gerade so einiges…

Abläufe, Technik, Ausstattung…

Also…wir warten einfach mal ab, was passiert und freuen uns auf bessere Zeiten.

Viele Grüße,

Uta

Rückblick und Ausblick

2020 ein Jahr zum Wegwerfen?

Mein Name ist Uta Janbeck, Gastgeber in einer kleinen, klimafreundlichen Pension an der Ostsee. Ich schreib hier mal, wie es uns ergangen ist in unserem familiären Betrieb, weil so viele Menschen danach gefragt haben.

Seit über 130 Tagen bis heute, durften und dürfen wir keine Gastgeber sein.

Mal abgesehen von den Erschwernissen, einem gesundheitlichen riesen Denkzettel (nicht C), den ganzen Versprechen und vermeintlichen Hilfen der Politik und vielen sehr nervigen Situationen, die wir durchstehen mussten als kleine „ Hilfssherrifs“, gab es auch gute Momente.

Wir haben:

Gelernt mit dieser Situation umzugehen, für die wir rein gar nichts konnten und können.

Neue Netzwerke haben wir aufgebaut, auch mit völlig Fremden im Internet.

Andere vernetzt, das macht uns besonders viel Freude.

Neue Ideen entwickelt auf der Suche nach dem, was Gäste wohl möchten, wenn Sie denn reisen dürfen.

Neue Möglichkeiten trotz allem noch Gäste z.B. aus dem therapeutischen Bereich zu empfangen gefunden, da müssen wir dran bleiben.

Über Langzeitvermietung an Menschen, die beruflich unterwegs sind, denken wir auch nach.

Neue Seiten an unseren Gästen kennengelernt und die Zeit mit ihnen noch intensiver genossen.

Kontakt gehalten mit den Gästen und unseren Mitarbeitern.

Neue Prioritäten gesetzt und den Fokus wieder mehr auf uns gelegt. Im Geschäftlichen wie im Privaten.

Natur, unseren Hof, das Meer sowieso, genießen wir mehr denn je. Das ist unsere Kraftquelle.

Von „ nüscht“ kommt nüscht“ hat meine Omi immer gesagt.

Deswegen stecke ich den Kopf nicht in den Sand. Wir haben so fleißig gearbeitet, dass wir wohl mit einem blauen Auge das Jahr 2020 abschließen werden.

Nie gekannte Müdigkeit und Traurigkeit bekämpfe ich durch Humor, gute Gespräche und kleine Belohnungen, wie zum Beispiel einen Videokurs. Das sind gute Ablenkungen und Investitionen in einen selbst und letztendlich in den Betrieb.

Mit vielen Buchungen, einigen tollen Projekten und dem Vertrauen in tolle Mitarbeiter und ein tolles Netzwerk geht’s dann jetzt in ein neues unruhiges Jahr!

Na dann mal los!

Viele Grüße, Uta Janbeck